06:30 Uhr klingelt der Wecker, schnell und leise mache ich mich fertig um zum nahen Pick Up Point zu gehen. Punkt 07:00 Uhr startet der Shuttle-Bus mit ca. 40 weiteren Verrückten und Wander-Enthusiasten. Nach etwa 30 min. Fahrt steige ich am Startpunkt der Strecke aus. Schon jetzt wird klar, dass ich unnötigen Ballast mit mir rumtragen werde. Eine Regenjacke und wärmende Oberbekleidung werden bei aktuellem Wetter nicht zum Einsatz kommen. Schnell noch das wichtigste Gepäckstück – die Spiegelreflexkamera – ausgepackt und dann gehe ich los.
René
Während Rene also fröhlich seine Wanderung absolviert, machen Jaron und ich einen exklusiven Mamatag. Nach dem Frühstück um 10 Uhr soll es losgehen. Meine Herausforderung heute lautet: Fahre den Camper aus der Anlage heraus und parke ihn weiter unten am öffentlichen Parkplatz. ( Und das bitte ohne Beulen etc.) Der Gedanke gruselt mich, aber ich habe ja keine Wahl! Ich drehe also den Schlüssel um und es tut sich nix. Nach 5 weiteren Versuchen ist mir klar, die Batterie muss leer sein. Ich habe jetzt langsam die entspannte neuseeländische Haltung und bewahre Ruhe. Bei den Jungs im Office frage ich um Hilfe bzw. nach dem Startkabel. Sie haben keins da, aber ich kann den nächstgelegenen Service Dienst anrufen. Dort erfahre ich, dass ich zunächst unseren Vermieter Maui kontaktieren muss, da ich sonst mal eben 180 Dollar zahlen darf. Bei Maui rufe ich also an, und dort sichert man mir zu, den Auftrag schnellstmöglich auszulösen. Jetzt heißt es warten! Jaron ist wchon gespannt auf das was kommt und ich sinniere über meine guten Englischkenntnisse. Über einen Popsong habe ich sogar mal das Wort Zündung gelernt, was sich jetzt mal als nützlich erwiesen hat. Nach 1h warten kommt jemand. Es stellt sich schnell raus, dass die Batterie in Ordnung ist, aber Rene im falschen Gang geparkt hat, und dies führt wohl häufig dazu dass man nicht losfahren kann. Mit ein paar Tricks springt der Motor wieder an. Ich könnte jetzt losfahren, ABER ich bekomme wieder den Automatikgang rein, noch die Bremse gelöst. Das wird mir jetzt echt zuviel. Im Office schmunzeln die 2 Jungs nur und meinen: Alles easy, wir können stehen bleiben bis Rene wiederkommt. Ich atme auf, das klingt nach dem besten Plan des Tages. Jetzt gegen 11.45Uhr kann ich endlich mit Jaron loswandern. Wir haben uns die 2-stündige Taranaki Falls Wanderung ausgesucht. Über Busch geht es hinein in den Wald. Stock und Steine sowie jede Menge Stufen führen uns immer entlang des Flusses, bis wir endlich den Wasserfall sehen können. Jaron rennt los um näher ranzukommen. Er hätte gerne wieder eine Dusche wie beim Franz Josef Gletscher. Dort machen wir unsere Mittagspause und sitzen schön im Schatten. Im Anschluss führt uns der Weg oberhalb des Wasserfalls und wir können toll auf ihn hinuntersehen.
Außerdem hat man hier den schönsten Blick auf beide Vulkane in der Sonne. Selbst hier finden wir alte Lavasteine und rote Erde, die Jaron spannend findet. Zum Abschluss essen wir ein Eis und warten auf unseren Papa. Was der wohl sagen wird? Er findet uns am alten Platz und staunt nur, was hier wieder los war. Aber nun fährt er mühelos vom Platz und wir wollen gemeinsam was essen gehen. Das haben wir uns heute alle redlich verdient!
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Wir starten gegen 10 mit unserer Fahrt in Richtung Tongariro Nationalpark und fahren gemütlich die ersten 70 km bis nach Whanganui. Uns umgibt nur eintöniges Farmland und wir wünschen uns die spannende Südinsel zurück. Allmählich verändert sich die Landschaft und wird hügeliger. In Whanganui decken wir uns mit Infobroschüren ein, denn die nächsten Tage wollen wir wandern und den Vulkan Tongariro näher unter die Lupe nehmen. Unsere Mittagspause verbringen wir im Ort und erklimmen den Hügel Durie Hill. Aber nicht etwa nur zu Fuß, durch einen 200 m langen Tunnel geht es bis zu einem Fahrstuhl, der uns auf den Hügel fährt. Selbstredend ist der Tunnel und Fahrstuhl absolut kindertauglich und löst mit seinem Echo Begeisterung aus.
Dann steht ein wichtiges Tagesziel an: Die Fahrt soll uns über die Whanganui River Road führen. Der Reiseführer gibt zu bedenken, dass sich diese 64 km nicht für lange Camper eignen, da die Strecke nicht nur kurvenreich und eng, sondern auch teilweise unbefestigt ist. Als ich das Verkehrsschild mit den Schlängeln sehe, wird mir schon beim Anblick flau im Magen. Aber Rene freut sich schon und fühlt sich trotz Ermahnung erst angespornt. Entlang des Flusses führt die Straße und ist wirklich schön. Es herrscht nur wenig Verkehr und uns begegnet auch kein anderes Wohnmobil, dafür aber ein großer Holzlaster. Wir halten den Atem an, kann man die Außenspiegel nicht auch einklappen? Es geht mal wieder gut und ich denke schlimmer kann es nicht mehr kommen. An manchen Stellen ist die Straße dem Abhang gefährlich nahe, und wie besagt extrem kurvenreich. Wer kann dabei prima schlafen? Jaron nutzt die Fahrt mal wieder für ein kurzes Nickerchen. Die letzten 10 km haben es in sich: Nur Schotterpiste und jetzt wird wieder klar wieso hier keine Camper fahren. Alle haben Hunger und wir essen munter Kekse, da es ja nur langsam vorwärts geht. Da fällt Jaron auf, dass wir noch nie bei Schotter gevespert haben. Ein neues Wort entsteht: Die Schottervesper.

Kaum haben wir die Whanganui River Road beendet, atme ich nur kurz auf. Die weitere Strecke ist ja fast noch schlimmer und schlängelt sich durch die Berge. Dafür bietet sich uns ein Traumanblick auf die vor uns liegenden Berge und Vulkane. Nach weiteren 30 km ist es geschafft, wir erreichen Whakapapa Village. Und die nächsten Touren sind schon geplant: Rene will morgen den Tongariro Alpine Crossing Weg mit nur 19 km laufen.

Der Wellingtoner Straßenlärm sowie das Tuckern der Fähre weckt mich um halb sechs Uhr morgens, aber beide Männer schlafen noch friedlich. Insbesondere der Kleine ist gestern völlig k.o. eingeschlafen. Mit Blick auf die morgendliche Rush-Hour frühstücken wir und beobachten die Menschen im Streß. Soviel Verkehr und Lärm ist uns schon ganz fremd geworden!
Heute vormittag steht der Besuch des Te Papa Museums an. Durch das Internet habe ich schon gestern viel darüber gelesen und bin schon ganz gespannt. Pünktlich um 10 Uhr macht das Nationalmuseum Neuseelands auf. Te Papa steht für „Unser Ort der Schätze“ und der Name ist Programm. Wir laufen die digitale Karte von Neuseeland ab und freuen uns über jeden Ort der Südinsel, den wir schon besucht haben.
Danach erforschen wir die geologischen Kräfte, die Neuseeland geformt haben. Im Erdbebenhaus werden wir dann so richtig durchgeschüttelt und können uns nur ansatzweise vorstellen, wie sich ein echtes Beben anfühlen muss. Weiter geht es mit der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt und insbesondere der Riesenkalmar aus der Antarktis hat es beiden Männern angetan. Jaron staunt über das Video, wie sie dieses schwere Ding aus dem Meer gehoben haben. Der Kiwi Vogel fehlt natürlich nicht und auch ein riesig wirkendes Skelett eines Blauwales ist ausgestellt.
Eine Etage höher erfahren wir mehr über die ersten Entdecker und natürlich die Ansiedelung der Maoris. Nur noch 25% der Gesamtfläche ist heutzutage ursprünglich als Nationalpark erhalten, der Rest wird von den Menschen landwirtschaftlich genutzt. Als Letztes besuchen wir natürlich die Welt der Maoris, um mehr über Ihre Kultur zu erfahren. Ihr Versammlungshaus mit all seinen schönen Schnitzereien beeindruckt nicht nur Jaron. Auch ihr grüner Stein wird ausgestellt und wir wissen noch vom Milford Sound, dass dort die Küste ist, wo nur Maoris ihn abbauen dürfen wie sich der kleinen Mann gleich erinnert. Nach gut 3 Stunden haben wir einen Bärenhunger und verweilen noch etwas im hauseigenen Restaurant. Abschließend ist dieses kostenlose Museum wirklich ein Muss für jeden NZ- Besucher und sollte keinesfalls fehlen!
Wir starten mit unserer Tour über die Nordinsel und besuchen zunächst noch den Mount Victoria Lookout, um die Aussicht über ganz Wellington zu genießen. Jetzt geht es aber ab auf die Autobahn und raus aus der Stadt. Von Ruhe keine Spur, der Verkehr ist gleich viel belebter als auf unserer geliebten Südinsel und auch sieht man gleich, hier wohnen eben doch 75 % der Neuseeländer. Vorbei geht es an kleinen Städten immer entlang der Küste in Richtung Whanganui. Um 6 erreichen wir bei Foxton den Himatangi Beach und schlagen hier unser Nachtlager auf. Wir erkunden noch den schwarzen Strand und stellen fest, dass man hier mit dem Auto an den Strand fährt bei max. 30 kmh. Kurios findet das Jaron und freut sich über die Tobemöglichkeiten.
Nach unserem Abendbrot wir noch schnell ein neues Legoauto zusammengebaut und dann geht es mit Taschenlampe ins Bett. Der Herbst kommt näher es ist schon um 20.15 Uhr dunkel.
Früh um 08.30 machen wir schon los zum Hafen und warten dann 1,5 h bis wir endlich dran sind und auch auf die Fähre fahren dürfen. Wir staunen über die langen Eisenbahnwaggons, die raufpassen sowie über die vielen Lkw’s und Autos. Die Wohnmobile sind die letzten und dann kommt ein weiterer Clou: Rene muss ebenso wie einige andere Camper-Fahrer rückwärts auf die Fähre auffahren! Gut dass ihm das niemand vorher gesagt hat und er also keine Zeit hat darüber nachzudenken. Es klappt glücklicherweise leichter als gedacht und wir können die Fähre von innen erkunden. Die Abfahrt bekommen wir kaum mit, denn ein schnelles Frühstück muss her und erst später entdecken wir die große Aussichtsplattform auf Deck 6.
Schnell sind 3 Stunden rum und wir laufen in den Hafen von Wellington ein. Der Kapitän macht eine Durchsage: „Wie Sie sehen können, haben wir heute die einmalige Gelegenheit beim Einlaufen in den Hafen von Wellington die Queen Mary 2 zu sehen. Daneben steht noch ein weiteres Kreuzfahrtschiff, die Celebrity Solstice“. Die Aussichtsplattform ist rappelvoll, selbst die Crew zückt ihre Handys und will die Queen Mary 2 fotografieren. Ja, auch wir haben Fotos davon und erinnern uns mit Schrecken an die Menschenmengen in Dunedin. Ehe wir uns versehen, müssen wir auch schon runterfahren und steuern unseren Campingplatz an. Wir stehen auf dem Waterfront Motorhome Platz, direkt am Hafen aber an der Hauptverkehrsstraße. Die Wege in die City sind superkurz, dafür könnte die Nacht unruhiger werden. Aber wir haben schon so viele witzige Plätze ausgesucht und fallen abends meist wie Steine ins Bett.
Unser erster Programmpunkt ist eine Fahrt mit dem Cable Car – einer alten, roten Kabelbahn aus dem Jahre 1902. Sie fährt alle 10 min hoch in den Botanischen Garten von Wellington. Jaron liebt die Bahn sofort, denn es ist höchst spannend wie 2 Bahnen an nur einem alten Seil gleichzeitig fahren können. Die Aussicht von oben auf die Stadt ist begrenzt, aber der Botanische Garten hat umso mehr Wege und ist bei dem schönen Wetter eine Entdeckungsreise wert.

Am Abend schlendern wir am Hafen entlang und sehen viele Drachenboote bei Übungsfahrten, denn am Wochenende wird hier ein Rennen ausgetragen. Die lauten Kommandos sind überall zu hören und unser kleiner Mann bleibt wie angewurzelt stehen. Überhaupt sind die Neuseeländer mal wieder nur mit Flipflops unterwegs und selbst die Frauen tragen hier nach dem Feierabend gern ihre Sportschuhe zum Businesskostüm. Superlässig kann man das nennen oder eben Modefauxpas. Wir amüsieren uns köstlich und gehen abends essen. Morgen warten sicher wieder neue Herausforderungen auf uns!
Von der Cable Bay (hier wurde 1876 das erste Überseekabel zur Nordinsel gelegt) fahren wir los um nach Picton zu gelangen. Jaron hat auf einem fast leeren Campingplatz noch vor dem Frühstück intensiv das Trampolin genutzt – eine gute Gelegenheit überschüssige Energie los zu werden. Wir fahren durch immergrüne, nicht enden wollende Tannenwälder und treffen immer wieder auf große Laster mit Baumstämmen. Unser erster Stop ist die Pelorus Bridge, eine kleine Brücke mitten im nirgendwo. Von hier aus gehen zahlreiche Wanderwege ab, doch Jarons Fuß will heute nicht, also wählen wir nur eine kurze Tour mit Hängebrücke aus.

Weiter geht es Richtung Havelock zur nächsten Herausforderung, dem Queen Charlotte Drive. Diese Bergstraße verbindet in nur 35 km die Städte Havelock und Picton und man fährt durch zahlreiche wunderschöne Buchten in die Marlborough Sounds. Der Preis dafür ist hoch: Diese Strecke ist für jeden Wohnmobilfahrer eine Herausforderung! Permanentes rechts, links, bremsen, den Berg hochfahren wird zur Dauerbelastung. Das haben wir selbstverständlich für alle „Deutschländer“ ( Jarons neueste Wortkreation im Vergleich mit den Neuseeländern) gefilmt. Die vielen Haltebuchten entschädigen dafür und man sieht wirklich wieder die Vielfalt der neuseeländischen Südinsel.

In Picton suchen wir uns einen Camingplatz nur 2 km vom Hafen entfernt und merken dann, ach hier fahren ja die Güterwaggons lang! Aber die Nacht erweist sich relativ ruhig und wir werden erst gegen 7 „geweckt“. Picton selbst ist klein und beschaulich, hat aber einen netten Hafen und so sehen wir nachmittags unsere Fähre Aratere einlaufen und bestaunen schon mal die Größe.
Unser Tag beginnt recht entspannt, heute haben wir keinen Zeitdruck und kennen ungefähr die zu erwartenden Highlights. Die Old MacDonaldsfarm liegt gleich am Eingang zum Abel Tasman Nationalpark und nach einem kurzen Schwätzchen mit der Besitzerin werden wir einfach loswandern und uns eine Bucht zum Baden aussuchen.
Zunächst geht es über kleine Brücken, da gerade Flut ist. Der Geographieunterricht für Jaron wird heute ausführlich. Wir können kleine Fische beobachten und natürlich jede Menge Pflanzen die sowohl Ebbe als auch Flut vertragen. Die Kita hat ganze Arbeit geleistet, denn er erzählt mir von einem Buch, indem alle Meerespflanzen vorkommen, die Sauerstoff für die Fische produzieren. Das sind hier zwar keine Korallen, aber es könnte ja ähnlich sein ist seine Logik. Der Weg führt nun immer an der Küstenlinie der vielen Buchten entlang und ist streckenweise ein richtiger kleiner Urwald.
Wir beobachten Vogelfamilien und sehen auch Fallen für bestimmte Arten. Diese haben wir schon mehrfach wahrgenommen, bisher jedoch noch ohne Tier.
Ein Kontrollblick muss aber jedesmal sein. Fröhlich wandern wir gut 90 min, über Stock und Stein sowie vorbei an jeder Menge kleiner Bäche. Unsere ausgesuchte Bucht namens Apple Tree Bay kommt gerade richtig, als Jaron jammert. Wunderschöner heller Sand, ein traumhafte blaues Meer und ganz viel Ruhe. Jetzt suchen wir nur noch schnell ein schattiges Plätzchen und dann kann die große Mittagsbadepause anfangen. In dieser Abgeschiedenheit haben sich auch Leute ein nettes Strandhäuschen gebaut, ganz nach unserem Geschmack. Dieses gebe ich bei unserem Baumeister in Auftrag, denn er wird uns ja neben dem Häuschen noch ein passendes Boot mit Anlegesteg bauen – erzählt er uns jedenfalls seit Tagen.
Nun genießen wir die Sonne und gehen baden. Jetzt fühlt es sich ja wie Strandurlaub an, so völlig untypisch für unsere bisherige Reise.

Nach 3 h laufen wir aber zurück , sehen die Brücken bei Ebbe und sind froh unseren Camper wiederzuhaben. Erstaunlich wie schnell wir uns an unser rollendes Gefährt gewöhnt haben. Rene will heute noch ein kleines Stückchen fahren und so sehen wir den spannenden Hafen von Nelson und landen erst gegen 20 Uhr in der kleinen Bucht Cable Bay. Der erste Tagespunkt von morgen ist schon klar: Trampolin springen.
Am Lake Rotoiti erwachen wir mal wieder fröstelnd, und wollen gar nicht so recht aufstehen. Dabei lacht draußen mal wieder unser bester Freund die Sonne, aber eben auch die nervigen Sandfliegen. Gestern abend haben wir übrigens einen Spaziergang gemacht und dabei festgestellt, dass scheinbar Sandfliegen nach Sonnenuntergang schlafen gehen, denn nach 20 Uhr war keine mehr zu sehen.
Nach dem Frühstück geht es los Richtung Küste zum Abel Tasman Nationalpark nach Marahau. Der Weg führt uns zu vorbei an vielen Obstfeldern, wir sehen wie Hopfen wächst und freuen uns schon darauf, hier ein paar leckere Sachen einzukaufen. Am nächsten Schild halten wir an: Die Besitzerin ist Deutsche und freut sich über unseren Besuch. Sie erklärt uns ihre Apfelbäume und schon dürfen wir selber pflücken. Das macht Spaß und garantiert spritzfreie Äpfel.
Dann fahren wir in die Küstenstadt Motueka ein und halten an der nächsten Tankstelle: Seit Tagen haben wir bemerkt, dass unser rechter Hinterreifen (eigentlich sind es sogar 2 zusammenhängende) ziemlich platt aussieht. Das mit dem Handbuch ist ja so eine Sache…. da steht nirgends wieviel Luftdruck drauf sein sollte etc. Ein freundlicher Mitarbeiter legt sich halb unters Auto und pumpt Luft drauf. ABER, er stellt fest dass der Reifen sofort wieder Luft lässt. Wir sollten dringend heute noch einen Fachmann ranlassen und daher eine Autowerkstatt aufsuchen! Jaron ist begeistert was das alles bedeutet, Rene bricht der Schweiß aus. Aber es gibt 24h Service und so klingeln wir den Reifendienst aus der sonntäglichen Mittagspause. Schon 10 min später ist er da und wechselt im Nu den Reifen. Wie sich herausstellt, hat der innere der 2 Reifen einen ordentlichen Riss und ist nicht mehr zu gebrauchen. Also muss der Ersatzreifen montiert werden und ein neuer dazugekauft werden. Mal eben werden wir 120 € los, wobei die Hälfte nur die Sonntagsrufbereitschaft ist. Das Ganze hat uns höchstens 45 min gekostet und nun können wir sicher an den Strand nach Kaiteriteri fahren.
Die letzten Kilometer vor Kaiteriteri sind abenteuerlich eng und könnten auch als Achterbahn durchgehen. Es wurde im Reiseführer nicht zuviel versprochen, der Strand ist wirklich schön und wir wollen gleich ins Wasser. Für’s Protokoll: Rene war mal wieder nur bis zu den Knien drin.
Am späten Nachmittag fahren wir in den Nachbarort Marahau und suchen unseren neuen Stellplatz, die Old MacDonaldfarm. Wie schon im Kinderlied gibt es hier Lamas, Hühner und jede Menge Obstbäume. Darüber hinaus aber auch kostengünstige Camperstellplätze. Und schon morgen können wir direkt von hier in den Abel Tasman Nationalpark starten.
Der Tag beginnt etwas anders als gewöhnlich: Noch vor dem Frühstück und vorm Erwachen des gesamten Campingplatzes schmeißen wir die Waschmaschine an. Dank Trockner ist die Wäsche bis zum Verlassen des Platzes um 10 Uhr vollständig trocken.
Wie gewohnt gewinnt die Sonne im Duell gegen Wolken. Entlang der wunderschönen Westküste fahren wir bis nach Westport. Uns fehlen leider noch ein paar mehr Tage, um den ehemaligen Goldsucherstädten nachzuspüren. In Westport füllen wir unseren Kühlschrank wieder auf und weiter geht es entlang des imposanten Buller River. Dieser Fluss begleitet uns heute den ganzen Tag. Mal ist er relativ breit und sieht wunderschön türkis- grün aus und dann wieder wird er zum reißenden schmalen Wildbach. An einigen Stellen hängen die Felsen über der Straße, das wird zur Herausforderung für jeden Campervanfahrer!
Im Reiseführer wird die Buller Gorge Swingbridge angepriesen, eine schwankende 110 m lang Hängebrücke. René ist skeptisch, ob sich die 5 Nz-Dollar ( 3€) für die Überquerung lohnen… Aber ich will sie mir zumindest anschauen. Außerdem kann man dort im anliegenden Erlebnispark kurz wandern und für den Rückweg gibt es noch den Flying Fox, ein 160 m langes Drahtseil, welches einen direkt über den Buller River zurückschubst. Wir buchen das Komplettpaket, immerhin kann Jaron bei mir auf dem Schoß mit über den Fluss sausen.
Die Hängebrücke ist sehr schmal und schaukelt sehr, wenn man nicht genau die Mitte trifft. Spannend wird es außerdem wenn Leute aus der anderen Richtung vorbei müssen. Auf der anderen Seite angekommen begeben wir uns auf den Rundweg und entdecken gleich einen kleinen Strand mit Felsen zum Klettern. Ehe ich mich versehe, sind beide Männer schon barfuß auf den Felsen unterwegs. Hier können wir wieder so einfach die Füße in den Fluss halten…. wenn da nicht die lästigen Sandfliegen wären, die uns penetrant attackieren. Am Ende Rundweges kommt das Highlight: Wir werden sitzend angeschnallt und festgegurtet und dann sausen wir im Affenzahn mit dem Drahtseil über den Fluss. Jaron ist mal wieder schmerzfrei und will gleich nochmal. Ich gebe zu, das hat Spaß gemacht und es gibt noch mehr Möglichkeiten für Flying Fox in Neuseeland.

Kurvenreich führt uns der Weg immer weiter bis zum Lake Rotoiti- unser heutiges Tagesziel. Unser Doc Campingplatz liegt direkt am See mit eigenem Steg und ist superschön. Es gibt neben einem Spielplatz auch noch Toiletten und kalte Duschen. Wir fühlen uns sofort wohl und genießen den heißen Abend. Unser Camper zeigte heute 28 Grad an und muss auch erstmal abkühlen.
Liebe Oma Margit,
auf diesem Wege gratulieren wir Dir ganz herzlich zum heutigen Geburtstag. Wir wünschen Dir alles Liebe, vor allem Gesundheit, Glück und ein schönes neues Lebensjahr. Wir waren gerade bei der Buller Gorge Hängebrücke (siehe Foto) und schicken Dir ganz liebe Geburtstagsgrüße nach Strausberg. Vermutlich schaffen wir es leider nicht dich anzurufen, da wir am See wahrscheinlich kein Handynetz haben werden. In Gedanken sind wir aber schon seit 12 h bei dir…
Lass Dich heute verwöhnen, Deine 3 Abenteurer
















